Es ist kein großes Geheimnis , und auch viele hier wissen ,dass ich unter Panikattacken leide. Schon seit etwa 6 Jahren, Mittlerweile geht es mir ziemlich gut, hin und wieder mal kommt eine leichte , mal gibt es auch wieder längere Phasen in denen es mir nicht so gut geht, aber die Zeiten an denen ich mich nicht aus dem Bett getraut habe vor Angst sind vorbei und ich lasse mich nicht mehr einschränken.
Es gibt sehr viele Leute die das gleiche Problem haben wie ich , deswegen möchte ich ein bisschen erzählen was mir hilft und geholfen hat.
Jeder hat seine eigenen Methoden ,aber vielleicht kann ich ein wenig Inspiration bieten und etwas Aufklärungsarbeit für die leiste, die von dem Thema gar keine Ahnung haben .
Über längeren Zeitraum hat mir eine Therapie geholfen in der ich mir einige Tips holen konnte, oder einfach darüber reden was mich beängstigt und wie, ohne dass man als „verrückt“ erklärt wird.
Das ist wohl das größte Problem das ein Angst kranker Mensch hat, seine Umwelt versteht es nicht. Es wird nicht verstanden, dass man nicht so viel feiert , nicht so gerne auf große Konzerte geht, nicht so viel shoppt , einfach alles nicht so viel tut. Weil es eine große Belastung ist und immer wieder eine große Anstrengung für Körper und Geist. Dass es die Leute nicht verstehen macht die Sache meist schlimmer, man fühlt sich allein gelassen und zurück gewiesen.
Ich habe mich von allen Leuten getrennt die so dachten , für die ich eher last war , aber es mir auch nicht direkt gesagt haben. Nach eine langen traure Phase habe ich mich nicht mehr so unter Druck gesetzt gefühlt und es tat gut niemanden zu haben für den man immer ein schlechtes gewissen haben muss das es einfach mal nicht geht.
„Nicht gehen“ ist wohl das nächste Thema. Man muss lernen eine Waage zwischen Konfrontation und Einsicht ,dass es zu viel ist was man will finden. Man soll sich nicht von der Angst einschränken lassen, ist was man immer hört, aber man soll auch klein anfangen. Wenn man Angst vor vielen Menschen hat sollte man nicht direkt in den Berliner Innenstadt fahren sondern vielleicht erstmal in einer kleinen Stadt anfangen. Und wenn es noch nicht geht ,dann geht es noch nicht ,Schritt für Schritt , bis man es sich zu traut , sonst kommt schnell die Frustration und man gibt auf.
Weiterhin rede ich mir immer ein ,dass es nur mein Kopf ist der da spinnt, das mein Kopf keinen Herzinfarkt auslösen kann, und dass die Angst die ich spüre nur eine unwillkürliche Ausschüttung von Adrenalin ist ,dabei hat mir sehr geholfen, dass ich mich damit befasse wie Körperfunktionen funktionieren und ich mich durch checken lassen habe, und daher weiss, dass ich wirklich gesund bin. Immer und immer wieder rede ich mir ein, dass alles gut ist und ich nicht krank bin, und es total bescheuert ist angst zu haben tot um zu kippen oder ähnliches.
Wenn man eine Panikattacke hat ist die Angst real, sie ist da, auch wenn man irgendwo weiss dass sie surreal sind , in dem Moment ist es schwer sich das klar zu machen , in dem Moment herrscht nur die Angst . Trotzdem versuche ich mir in dem Moment klar zu machen ,dass nur irgendwelche Hormone in meinem Körper ausgeschüttet werden, die gerade diese Gefühle in mir vor rufen( eine Art selbst Hypnose?!)
Außerdem muss man lernen sich zu entspannen ,seine Atmung zu regeln , lernen in den Bauch zu Atmen ,was mir immer noch sehr schwer fällt, und richtiges Atmen muss wirklich täglich gelernt werden ,was für einen „normalen“ Menschen selbst verständlich ist , ist für jemanden mit Panikattacken eine Qual , gerade weil man so oft das Gefühl hat keine Luft zu bekommen.
Wenn ich keine Panik habe versuche ich einfach nicht dran zu denken , nicht nach den kleinsten Symptomen des Körpers zu suchen ,dass es gleich wieder los gehen kann. Man muss versuchen den Kreislauf „Angst vor der Angst „ zu durch brechen und das ist wohl das schwerste von allem.
Im Akutfall helfen mir Bachblüten Kaugummis, auch wenn ich am Anfang skeptisch war, ich habe es einige mal ausprobiert und es hat mir wirklich geholfen. Sie sind nicht allzu teuer und ein Versuch ist es wert , kann ich jedem nur Empfehlen !
Auch einfach drüber zu reden oder in dem Moment zu sagen „ich habe angst“ löst bei mir oft eine Befreiung aus und lindert die Symptome ein wenig ,
Es bedarf so viel Selbstdisziplin und Ehrgeiz seine Ängste zu bekämpfen ,egal welcher Art die Ängste sind.
Ich möchte nicht nur mit diesem Beitrag ein wenig Hilfestellung geben ,sondern auch die „nicht Betroffenen“ um Verständnis bitten, es ist so wichtig ,dass man Unterstützung bekommt und viel zu viele Leute haben Berührungsangst und wissen nicht damit um zu gehen ,dabei würden sie es wissen ,wenn sie einfach mal zuhören würden.
Ich für meinen Teil möchte nicht anders behandelt werden als anderen , aber wenn ich Stopp sage, möchte ich dass das geachtet wird und ich denke so geht es vielen anderen auch.